Aus der Not geboren: Montessori Schule bietet eigene Verkehrsschule für Viertklässler an

Wiesbaden, Mai 2018:
Keine Verkehrsschule mit Radfahrausbildung für Viertklässler von Privatschulen? Eltern und Lehrer der Montessori Schule in Wiesbaden wollten das nicht hinnehmen und organisierten eigenen Verkehrsunterricht mit theoretischer und praktischer Radfahrprüfung.

Die Radfahrausbildung mit der theoretischen und praktischen Radfahrprüfung ist ein Kernelement für Verkehrserziehung in Deutschland. Bislang war sie auch Teil des Stundenplans aller Viertklässler der Montessori Wiesbaden. Doch im letzten Jahr wurde dieses Angebot von der Landeshauptstadt Wiesbaden als Schulträger der Jugendverkehrsschule für alle Privatschulen mit dem Hinweis auf Personal- und Kapazitätsmangel gestrichen.

Sowohl Lehrer als auch Eltern wollten das nicht hinnehmen. Sie stellten kurzer Hand ein eigenes Programm für die Radfahrausbildung auf die Beine. “Das Training im Straßenverkehr wird immer wichtiger, so Schulleiterin Christine Kronhardt, das Fahrrad ist das erste Fahrzeug, mit dem die Kinder selbstständig am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen und daher ist es unerlässlich, dass sie die richtigen Verhaltensweisen und Verkehrsregeln kennenlernen.“

Die Radfahrausbildung bestand aus einem theoretischen Teil, der im Unterricht besprochen wurde und praktischen Übungen wie Spurhalten, mit einer Hand fahren, sich umsehen und situationsabhängig angemessen reagieren. Dieser Übungsteil fand auf dem Schulgelände und auf der anliegenden verkehrsberuhigten Straße statt. Verkehrsschilder haben die Eltern besorgt, das Lern- und Prüfungsmaterial bekam die Montessori Schule vom Hessischen Kultusministerium zur Verfügung gestellt. Erlebnispädagoge Anil Pausewang entwarf das Gesamtkonzept. Er organisierte und betreute zusammen mit zwei FSJlern die theoretischen und praktischen Übungseinheiten

Höhepunkt der praktischen Übungswoche war die Fahrradprüfung, die trotz Abwesenheit der Polizei nicht mit weniger Ernst durchgeführt wurde. Alle Viertklässler haben den theoretischen und praktischen Teil bestanden und wurden mit ihrem ersten „Führerschein“ belohnt.

Vorstandsvorsitzender der Schule Peer Tiebing, selbst Vater eines Viertklässlers, lobte den Einsatz von Lehrer und Eltern: “Wir haben als Schule mal wieder gezeigt, was uns wichtig ist für unsere Kinder. Die sind auf ihre Führerscheine richtig stolz und wir Eltern haben dabei ein gutes Gefühl, denn Verkehrserziehung dient vor allem der Sicherheit.“

Für 2019 setzt die Montessori Schule auf den Einsatz des amtierenden Schuldezernenten Axel Imholz, der sich darum kümmern will, dass zukünftig wieder alle Viertklässler, auch von Privatschulen, an der Jugendverkehrsschule das richtige Verhalten im Straßenverkehr lernen.